Ruine - Jugendlagerplatz

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Ruine

 

Die mächtige Burgruine Dobra erhebt sich über eine weit in den Stausee Dobra vorgeschobenen Landzunge. Sie war einst Stammsitz eines Zweiges des Ministerialgeschlechtes der Herren von Dobra und wurde 1278 erstmals urkundlich erwähnt. Auf der einen Seite der Burg fallen Felsen schroff zum Stausee ab, auf der anderen folgt ein eingeschnittenes Bachtal dem zum See führenden Weg. Dobra zählt zu den schönsten Ruinen mittelalterlicher Burgen des Kamptales und vermittelt auch heute noch ein anschauliches Bild der Größe des einstigen Herrensitzes. Die gestreckte, weitläufige Anlage mit rechteckigen Umfassungsmauern hat zwei Zugänge im Norden und Süden, beide sind von starken Türmen geschützt. Von Süden kommt man über eine Brücke durch einen quadratischen Torturm mit Zinnenabschluss in den Zwinger. Dieser umfasst im Süden und Westen den massigen, im Untergeschoss fünfseitigen Bergfried aus Quadermauerwerk. Von hier kommt man an Torresten vorbei in den Haupthof, welcher links von Mauern mit spätgotischen Fensterstöcken und rechts von einer Mauer mit vier Rundbögen und frühgotischen Maßwerksfenstern begrenzt wird. Durch die Bögen eines Quertraktes gelangt man in einen weiteren Hof, in welchem sich der nördliche, rechteckige Bergfried befindet. Am Bergfried und einem runden Turm vorbei gelangt man durch das Tor einer hohen Sperrmauer in den nördlichen Zwinger, welcher von Zwingermauern umgeben war. Von hier kommt man über einen Halsgraben mit Brückenpfeiler zum Vorwerk mit dem zweiten Zugang.

Die Geschichte von Dobra in Kurzfassung

Die Burg Dobra war der Stammsitz oder wenigstens der Stammsitz eines Zweiges des Ministerialgeschlechtes der Herren von Dobra, über die zahlreiche Urkunden vom 12. Jhdt. an Auskunft geben. Ein anderer Zweig dieses Geschlechtes war im Viertel ob dem Wiener Wald in der Gegend von St.Peter in der Au am Urlbach ansäßig und bei St.Pölten begütert. Der Name Dobra ist süd-slawischen Ursprunges und stammt von dobov = Wald, Eichenwald. Da im Waldviertel südslawische Namen sehr selten sind, ist jedoch auch nicht ausgeschlossen, daß der Stammsitz dieser Familie bei St. Peter in der Au war und daß von hier aus ein Zweig desselben in das Waldviertel zog, sich hier die Burg Dobra erbaute und zum Mittelpunkt seines Besitzes machte; Im 12. Jhdt. finden wir die Herren von Dobra bereits in beiden genannten Gebieten. Das erste urkundlich bekannte Mitglied dieses Geschlechtes ist HERTNIT von Dobra, der 1186 als Zeuge eines Vergleiches des Grafen Heinrich von Playen u.Hardegg mit dem Bischof Diepold von Passau über Zehente von Leutaker (bei Pulkau) aufscheint.

1278 wird Otto von Dürnstein als Dienstmann Heinrichs des Älteren von Kuenring auf Weitra mit der Feste Dobra belehnt.

1329 verkauft Arnold von Dobra mit Zustimmung seines Lehensherren Albero von Kuenring das halbe Haus Dobra mit allen Rechten um 235 Pfund seinem Onkel Simon von Sitzendorf.

1342 erbt Johann II. von Kuenring nach Albero VII. die Burg Dobra.

1408 fällt das Haus Dobra am Kamp in der Erbauseinandersetzung zwischen Achaz von Kuenring und seinem Schwager Johann II. von Liechtenstein-Nikolsburg an das Haus Liechtenstein.

1464 ist Wilhelm von Missingdorf, ein Sprößling des alten und angesehenen Hardegger Dienstadels, Herr auf Dobra.

1513 stirbt mit Herrn Hans von Missingdorf auf Dobra das Geschlecht der Missingdorfer aus.

1533 am 7.6. belehnt König Ferdinand I. seinen Feldhauptmann Freiherrn Nikolaus von Rauber im Manneserbe mit Dobra.

1564 am 17.11. wird Sebastian von Windisch-Grätz durch Belehnung Besitzer von Dobra. (Diese Belehnung nahm König Maximilian II. nach dem Tode des Freiherrn Wolf Dietrich von Rauber vor, da Sebastian von Windisch-Grätz auf die Feste bedeutende Summen zu fordern hatte.)

1639 kauft Freiherr Jakob von Kuefstein die Burg Dobra von den Hutstockerischen Erben.

1645 sollen die Schweden die Burg Dobra belagert haben. Der Sage nach griff die Besatzung zu einer List, um die Belagerer zum Abzug zu veranlassen. Als nur noch ein Stück Vieh vorhanden war, brachte man das Tier durch Zwicken mit glühenden Zangen zu lautem Gebrüll, schlachtete es dann und warf die Fleischstücke unter die Belagerer. Die Schweden vermeinten daher noch reiche Vorräte in der Burg und zogen unverrichteter Dinge ab.

1696 vergleichen sich die Herrschaften von Idolsberg und Dobra wegen Zwistigkeiten über Tiefenbacher Untertanen.

1699 verkauft Kaiser Leopold I. nach dem Tode der kinderlosen Anna Maria von Megier Burg und Herrschaft Dobra um 14.216 Pf.57 Kr. dem Baron Johann Reichardt Schäffer und erlaubt ihm, das Schloss an gelegenerer Stelle des Lehengutes neu zu errichten.

1715 erbt Freiherr Johann Philipp von Ehrmanns Burg und Herrschaft Dobra von einem Vetter Johann Reichardt Schäffer. Er besaß auch die Herrschaften Wetzlas und Tiefenbach, vereinigte Dobra mit jener von Wetzlas, zu welchen später auch noch die Herrschaften Krumau und Waldreichs kamen. Er starb 1729 zu Orsova als Kommandant dieser Grenzfestung.

1720 baut Freiherr Ignaz Philipp von Ehrmanns zum Schlug gemäß der kaiserlichen Genehmigung vom Jahre 1699 den Meierhof Wetzlas zu einem Schloß aus;

1725 beginnt nach dem Umzug von Dobra nach Wetzlas der Verfall der Burg. Steinmaterial wurde zum Bau von Kleinhäusern unterhalb der Burg und zur Erweiterung der Kirche in Franzen verwendet.

1958 Die Windhag`sche Stipendienstiftung wird Eigentümerin der Ruine Dobra.

Seit 1996 hat der Verein "Pölla Aktiv - Verein zur Erhaltung der Ruine Dobra" die Ruine gepachtet und bemüht sich darum, diese so weit zu sanieren, dass sie wieder öffentlich zugänglich gemacht werden kann. Quellen: Die Alte Heimat; Dehio-Handbuch Der Sage nach soll auf Dobra ein Schatz vergraben sein. Der Teufel hütet das Gold und zählt es von Zeit zu Zeit mit fürchterlichem Geheul. Dieses Gold kann gehoben werden. Das vermag aber nur ein Mensch, dessen Wiege aus dem Stamm einer Föhre, die oben auf dem Burgfried wuchs, gemacht wurde. Der Teufel hat deshalb den Baum entwurzelt, und nun muss man eben warten, bis dort wieder eine Föhre gewachsen ist.

 
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